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Wie nutze ich meine Weiterbildung für die Jobsuche?
Weiterbildung

GEFRAGT: Wie nutze ich meine Weiterbildung für die Jobsuche?

LVQ-Team29.09.2022
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In der Serie GEFRAGT behandeln wir Fragestellungen aus dem Bewerbungsalltag. Die Leitfrage dieses Beitrags lautet: „Wie nutze ich meine Weiterbildung(en) für die Jobsuche?“. Damit richtet sich der Artikel in erster Linie an Menschen, die während der Jobsuche eine berufliche Weiterbildung absolvieren oder absolviert haben. Aber auch für Jobsuchende, die planen, an einer Weiterbildung teilzunehmen, bietet der Beitrag erste Einblicke, wie nützlich eine Weiterbildung für die eigene Jobsuche sein kann.

Weiterbildung während der Jobsuche: Schlüssel für die berufliche Zukunft

Berufliche Qualifizierungen nehmen für Menschen in der Phase des Berufseinstiegs, des Jobwechsels oder der Neuorientierung eine wichtige Weichenstellungfunktion ein  – nicht zuletzt dadurch, dass die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Weiterbildung über den Bildungsgutschein zu 100 Prozent finanzieren kann:

  • Hochschulabsolven:innen erlangen praxisorientierte Kenntnisse, die während des Studiums nicht vermittelt werden
  • Berufserfahrene können bestehendes Wissen erweitern und sich vorhandenes Wissen zertifizieren lassen
  • Quereinsteiger:innen erhalten Einblicke in Berufsbilder, in deren Richtung sie sich entwickeln möchten

Besonders in Zeiten eines sich rasant wandelnden Arbeitsmarktes (VUCA) gewinnen Weiterbildungen immens an Bedeutung für die Absicherung der eigenen beruflichen Zukunft. Mit entsprechenden neuen Kenntnissen und Abschlüssen erweiterst du das Repertoire an Stellen, auf die du dich bewerben kannst. Zudem erhöhen anerkannte Zertifikate deine Chance, zu Bewerbungsgesprächen eingeladen zu werden.

Weiterbildung während der Jobsuche nutzen – zunächst eine Frage der Haltung

Auch wenn der Nutzen von beruflichen Weiterbildungen während der Jobsuche offensichtlich ist, sind manche Absolvent:innen verunsichert über die Einsatzmöglichkeiten sowie den tatsächlichen Wert der frisch erworbenen Abschlüsse und Kenntnisse. Immerhin sind Weiterbildungen hinsichtlich der Dauer und Tiefe mit einem Studium oder einer Ausbildung nicht vergleichbar. Und reicht das, was man während der Weiterbildung gelernt hat, auch wirklich für die spätere berufliche Praxis?

Diese Unsicherheit rührt meist aus Ängsten, die in der Phase der Arbeitslosigkeit absolut nachvollziehbar sind: Die Angst, den beruflichen Anschluss zu verlieren, die eigene Existenz zu gefährden, nichts mehr wert zu sein. Zweifel rücken somit automatisch in den Vordergrund und verdecken den großen Nutzen, den diese Weiterbildungen mit sich bringen.

Während viele Studiengänge eher theorielastig und manche Ausbildungsgänge veraltet sind, vermitteln Weiterbildungen aktuelle, praxisnahe Kompetenzen und erste relevante Erfahrungen durch praktische Projekte. Und auch wenn der zeitliche Umfang von Weiterbildungen auf den ersten Blick relativ überschaubar ausfällt: Wer zum Beispiel eine dreimonatige Vollzeit-Weiterbildung in den Themenfeldern Online-Marketing, Social Media und Projektmanagement absolviert, lernt – inklusive Prüfungen – in mehr als 540 Lerneinheiten in der beruflichen Praxis gefordertes Wissen. Das ist durchaus vergleichbar mit dem Umfang vieler anerkannter Aufstiegsfortbildungen wie denen zu Fachwirt:innen und Fachkaufleuten.

Für viele Absolvent:innen sind die in der beruflichen Qualifizierung erworbenen Kenntnisse für die berufliche Zukunft häufig sogar entscheidender als ein vergangenes Studium oder ein Berufsabschluss.

Die promovierte Biologin Stefanie Träger wollte raus aus dem Labor und machte eine Weiterbildung zur Online-Redakteurin. Darauf bekam sie aufgrund der Weiterbildung eine Anstellung als medizinische Redakteurin.

Für Annika Brockhaus war die Weiterbildung entscheidend für den Berufseinstieg:

„Die Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet. Durch sie habe ich ein anderes Gefühl für meine Fähigkeiten bekommen und mir eine sehr solide Grundlage geschaffen, auf die ich bereits aufbaue. Dadurch, dass ich andere Qualifikationen vorzuweisen hatte, konnte ich in Vorstellungsgesprächen viel besser zeigen, in welchen Themengebieten ich mich auskenne. Bei spezifischen Fragen hatte ich genauere Vorstellungen und konnte erklären, wie ich in welchen Situationen vorgehen würde.“

In unserem Blog haben wir viele weitere Erfolgsgeschichten von Weiterbildungsabsolvent:innen gesammelt, für die die Qualifizierung der entscheidende Schlüssel war.

Zieht man die Essenz für den Erfolg dieser Absolvent:innen bei der Jobsuche heraus, so war am Ende immer die Haltung entscheidend. Auf die Frage, was für ihn neben der Weiterbildung der wichtigste Faktor für seinen Erfolg bei der Jobsuche war, sagte Geisteswissenschaftler Tobias Quiram im Interview:

„Vor allem die innere Einstellung. Ich habe immer den Glauben gehabt, dass ich es schaffe und habe mich nicht mit vermeintlichen Defiziten beschäftigt.“

Davor erzählte Tobias im Interview von seiner körperlichen Behinderung und den kritischen Stimmen zu seinem geisteswissenschaftlichen Studium. Tobias ließ sich nicht beirren und nutzte die neuen Qualifikationen für seinen Berufseinstieg.

Wie man die Weiterbildung während der Jobsuche nutzt – 5 Tipps

In den Erfolgsgeschichten finden sich über die richtige Einstellung hinaus viele weitere Impulse, wie du mit dem neuen Wissen in den Bewerbungsprozess gehst. Wir haben die fünf wichtigsten zusammengefasst:

1) Die Weiterbildungen für Stellen- und Unternehmensrecherche nutzen

Durch dein neu erworbenes Wissen kannst du das Repertoire an Stellen, auf die du dich bewirbst, deutlich erhöhen. Gerade wenn du nicht weißt, welche Stellenbezeichnungen du angeben solltest, probiere es mit den im Kursen erlernten Fachthemen. Als Ingenieur:in, der/die eine Weiterbildung im Qualitätsmanagement absolviert hat, könntest du es bei Stepstone, Indeed und Co. über die erweiterten Suchfelder zum Beispiel mit der Suchkombination „Ingenieur + Qualitätsmanagement“ oder „Ingenieur + ISO 9001“ versuchen. Im Blogbeitrag „Wie man im Internet den passenden Job findet“ haben wir dazu einige vertiefende Tipps.

Probiere auch die Suchfunktion bei LinkedIn oder XING aus. Gib doch mal die Kombination „LVQ“ + dein Weiterbildungsthema (z. B. „Scrum“, „Social Media“ oder „GMP“) ein. So kannst du dir einen Eindruck verschaffen, wo Absolvent:innen mit den gleichen Abschlüssen wie du beruflich gelandet sind.

2) Die Weiterbildung im Lebenslauf platzieren

Weiterbildungen sind eine prima Möglichkeit, Lücken im Lebenslauf zu füllen. Gerade wenn Sie einen Kurs frisch absolviert haben und Sie sich auf Stellen bewerben möchten, in denen die gelernten Inhalte gefordert werden, lohnt es sich, die aktuellen Abschlüsse sogar detaillierter an den Anfang des Lebenslaufes zu stellen. Somit lenken Sie den Fokus des Personalverantwortlichen auf Ihre erworbenen Qualifikationen. In der Karrierebibel finden Sie Beispiele, wie Sie Ihre neuen Qualifikationen im Lebenslauf ideal eintragen können.

3) Mit der Weiterbildung im Anschreiben punkten

Während der Lebenslauf ein Datenblatt deiner bisherigen Qualifikationen und Berufserfahrungen ist, stellst du im Anschreiben deine Motivation und deinen Nutzen für die angestrebte Position und das Unternehmen heraus. Hier kannst du dem potenziellen Arbeitgeber mitteilen, welchen Mehrwert du durch deine Qualifizierung bietest. Zwei Formulierungsbeispiele aus Bewerbungen, die in Vorstellungsgesprächen mündeten, zeigen auf, wie du die Vorzüge von aktuellen Kenntnissen und Zertifikaten im Anschreiben darstellen kannst:

Absolvent:in Scrum-Master, Bewerbung für eine Stelle als agile:r Projektmanager:in

„Durch meine Weiterbildungen bin ich tiefer in die agile Welt eingetaucht und habe mich mit agilen Methoden beschäftigt. Okay, eine Scrum-Zertifizierung macht aus einem Projektmanager noch lange keinen Scrum Master, schafft aber ein gutes Verständnis für das agile Framework und gibt mir Bestätigung, dass ich schon vor der Schulung mit einem agilen Mindset unterwegs war.“

Absolvent:in Online-Marketing-Manager:in, Social-Media-Manager:in und Online-Redakteur:in, Bewerbung als Content-Marketing-Manager:in

„Ich besitze Grundlagen aus dem Online-Marketing, kann Produkte vermarkten und Zielgruppen bestimmen. Damit ist es einfach, den richtigen Kanal auszuwählen, um Ihre Marke bekannter zu machen. Ich weiß, was SEO ist und kann dies auch erfolgreich umsetzen. Grundlagen in WordPress bringe ich ebenfalls mit. Und na ja, eine Social-Media-Strategie kann ich ebenso entwickeln. Gehört schließlich alles dazu. Ich bringe rund um die sozialen Netzwerke ein Gesamtpaket mit.“

Natürlich eignet sich die etwas saloppe Sprachwahl beider Beispiele nicht für jeden potenziellen Arbeitgeber und jede Stelle. In beiden Fällen kam es jedoch authentisch rüber. Entscheidend ist, dass du dich vorab anhand der Stellenanzeige, Webseite und Social-Media-Kanäle ein Bild machst, um den richtigen Ton zu treffen.

4) Mit dem LinkedIn- und XING-Profil sichtbar werden

Keywords sind die wichtigste Währung bei der Online-Jobsuche. Das gilt vor allem für den Bereich „Fähigkeiten und Kenntnisse“ in deinen XING- und LinkedIn-Profilen. In dieser Rubrik hast du die Möglichkeit, alle Kenntnisse einzutragen, die du während der Weiterbildung erworben hast und in Zukunft auch beruflich einsetzen möchtest. Der folgende Screenshot zeigt ein Beispiel für die eingetragenen Kenntnisse einer Chemikerin mit neuen Qualifikationen im Qualitäts- und Projektmanagement:

5) Im Vorstellungsgespräch mit der Weiterbildung punkten

Auch im Vorstellungsgespräch empfiehlt es sich, selbstbewusst mit dem neu gewonnenen Wissen umzugehen. Überlege vorher, welche Kenntnisse den Arbeitgeber besonders interessieren könnten, und bereite dich entsprechend vor. Vorab noch mal einen Blick in die Lernunterlagen zu werfen, kann dabei helfen. Auch hier entscheidet die Haltung: Rufe dir vor dem Gespräch noch mal den Nutzen deiner Weiterbildung(en) ins Gedächtnis und veranschauliche im Gespräch deine neu erworbene Expertise. Auf diese Weise hilfst du deinem Gegenüber, sich ein umfassenderes Bild von deinen Kenntnissen zu machen und sich eine Zusammenarbeit besser vorstellen zu können.

Mit Weiterbildung in den Job

Mit einer Weiterbildung schafft man bisweilen die Quadratur des Kreises: Gerade im aktuellen Arbeitsmarkt besteht die Chance, auch als Quereinsteigerin oder Berufsstarter mit einer praktischen Weiterbildung und anerkannten Zertifikaten den Zuschlag für die neue Stelle zu bekommen, selbst wenn erste einschlägige Berufspraxis gefordert ist.

Welche Erfahrungen hast du mit deiner Weiterbildung im Bewerbungsprozess gemacht? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Dieser Beitrag wurde verfasst von Martin Salwiczek.

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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