
Rückblick auf den #NewWorkDay und 3 Erkenntnisse für die Arbeitswelt von morgen

- Wie werden wir in Zukunft arbeiten?
- Vor welche Herausforderungen stellt uns die Arbeitswelt von morgen?
- Wie wird sich die zunehmende Digitalisierung auf unsere Berufe auswirken?
Was eher nach Fragestellungen von Zukunftsforschern und Soziologen klingt, waren Themen des „New Work Days“, der im Rahmen des Kongresses „Work in Progress“ in Hamburg stattgefunden hat und ein hochkarätiges Redner-Ensemble stellte:
- Jeremy Rifkin, amerikanischer Ökonom, Soziologe, sowie Berater verschiedener Regierungen und der EU-Kommission in Sachen digitalen Wandels.
- Olaf Scholz, Erster Bürgermeister von Hamburg.
- Thomas Sattelberger, Top-Manager und ehemaliger Personalvorstand u.a. bei der Deutschen Telekom und Deutschen Lufthansa.
- Sascha Lobo, Blogger, Journalist, Kolumnist bei Spiegel Online für das Thema Digitalisierung und Autor des Buches „Wir nennen es Arbeit“.
Daneben weitere Fachleute, die sich schon heute mit der Arbeitswelt von morgen befassen und Praktiker, die mit guten Beispielen ihre Arbeitswelt bereits nach den Anforderungen der Zukunft verbessern.
Wie sich unsere Arbeitswelt durch die Digitalisierung verändert, das ist natürlich ein Thema für uns in der LVQ. Also machten wir uns von Mülheim an der Ruhr auf den Weg in den Norden, neue Erkenntnisse über die Zukunft der Arbeitswelt mit nach Hause zu nehmen und um neue Kontakte zu knüpfen.
Arbeit 4.0 – oder ein „Eine Ende der Arbeit ist nicht in Sicht“
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Zunächst hatte die Politik das Wort. Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles holte die Zuhörer per Video-Grußwort „mitten im Wandel der Arbeitswelt“ ab, der sich nicht revolutionär, sondern evolutionär darstelle. Schon jetzt verändern sich Beschäftigungsformen, Arbeitsprozesse und Berufsbilder. Es müsse daher eine neue Leitidee her:
Qualität Made in Germany = Neue Qualität der Arbeit, mit neuer Attraktivität, neuen Arbeitsformen und neuen Konzepten für gesundes und selbstbestimmtes Arbeiten. Ministerin Nahles nennt dies Arbeit 4.0.
„Ein Ende der Arbeit..“, wie es Jeremy Rifkin 1995 prognostizierte, sei somit „…nicht in Sicht“, fügte Olaf Scholz in seiner Eröffnungsrede hinzu. Vielmehr müsse die Veränderung der Arbeitswelt mit Weitsicht vorangetrieben werden und den Einzelnen in den Mittelpunkt stellen. Dabei äußerte er sich durchaus mit kritischen Tönen über die „New Work“-Bewegung und deren Fokus auf eine starke Selbstbestimmung. Denn Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung seien zwei Seiten derselben Medaille.
Die Arbeit muss zur Lebenssituation passen
Dabei ist gerade die Selbstverwirklichung im Beruf ein ebenso wichtiges Thema, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die damit einhergehende Herausforderung einer guten Work Life Balance.
Marc-Sven Kopka von XING brachte dies durch eine Neudefinition des Karriere-Begriffs gut auf den Punkt:
Teil Dir Deinen Job
Dem veränderten Verständnis von Karriere und Beruf und den damit einhergehenden neuen Beschäftigungsformen müssen Arbeitgeber heute gerecht werden. Neue Konzepte sind dafür notwendig, wie zum Beispiel die Online-Plattform Tandemploy von Jane Tepe und Anna Kaiser. Sie bringen Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammen, die bereit sind ihren Arbeitsplatz mit einer anderen Person zu teilen.
Wir sind der Ansicht, dass solche innovativen Konzepte notwendig sind, da klassische Jobbörsen mit ihrem Matching-Ansatz nicht mehr den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes entsprechen.
3 Erkenntnisse für die Arbeitswelt von morgen
Der Kongress brachte viele weitere spannende Erkenntnisse und neue Sichtweisen auf die Entwicklung unserer Arbeitswelt, wie Sie an folgenden Stellen nachlesen können:
- Svenja Hofert: Weg mit Hierarchien, nieder mit den Entscheidungsexekutoren, her mit staatlicher Sicherheit! Die wichtigsten Thesen des New Work Day
- Henrik Zaborowski: #newwork – kann auch ganz schön alt sein! Einblicke in die Praxis!
- Lars Hahn: Arbeitswelt Deutschland. Außenbrille und Innensicht. #wiphh
- XING-Spielraum: Neue Arbeitswelt trifft Kreativ-Szene – das war der #NewWorkDay
- Easygeneration: New Work Day 2015 – Work in Progress
- Crowdsourcing-Blog: Work in Progress 2015: So war der Kongress zur Zukunft der Arbeit
- Digital Media Women: Work in Progress – Der Wert von Arbeit
Noch zwei Wochen später hallt der New Work Day bei uns nach. Viele spannende Gespräche und Diskussionen sind daraus entstanden und wir können folgende drei Erkenntnisse final festhalten:
1) Wir befinden uns bereits mitten im Wandel der Arbeitswelt. Das Karussell beginnt sich grad erst zu drehen.
2) Das Verständnis von Karriere verändert sich: Ein Job passend zur Lebenssituation, anstatt höher, schneller, weiter.
3) Der Lebenszyklus vieler Branchen wird kürzer. Die Spezialisierung auf einzelne Qualifikationen somit riskanter, die Anforderungsprofile breiter. Weiterbildung gewinnt somit mehr an Bedeutung.
Wie sehen Sie die Zukunft der Arbeit? Wird die Digitalisierung Ihrer Ansicht solch eine große Rolle spielen wie es hier erscheint?
Teilen Sie uns Ihre Gedanken mit!
Text: Martin Salwiczek.
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