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Kreative Bewerbung: das Anschreiben im Zeitungsformat. Zu sehen ist ein Bewerbungsanschreiben mit einem Kugelschreiber darauf.
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Kreative Bewerbung: Das Anschreiben im Zeitungsformat (3)

Angela Borin25.04.2019
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Anschreiben im Zeitungsformat
Jetzt ist Kreativität gefragt: Das Anschreiben im Zeitungsformat

Gut erzählte Geschichten lassen den/die Leser:in die Welt aus den Augen des/der Protagonist:in erfahren: Er/sie begegnet Herausforderungen, bezwingt Hindernisse und wächst an seinen/ihren Entscheidungen. Dabei werden diese Geschichten immer auch von anschaulichen Illustrationen, Grafiken und Bildern begleitet, die dem/der Leser:in auf den ersten Blick ein Gefühl für die Situation und die Hauptfigur geben.

Der visuelle Anteil ist ein entscheidender Aspekt, der auch in einer Kreativbewerbung nicht vernachlässigt werden darf. Gemeint sind damit natürlich keine Märchenbilder. Vielmehr sollte die kreative Ausgestaltung der Inhaltsebene durch ein passendes Design unterstrichen werden, damit die in der Bewerbung erzählte Story ihre ganze Wirkung entfalten kann. Gut umgesetzt kann durch das Layout und die damit verbundene Sprachwahl eine schlüssige Gesamtgeschichte erzählt werden, die den entscheidenden Vorteil bringen und den/die Personaler:in veranlassen kann, den/die Bewerber:in kennenlernen zu wollen.

Was genau eine gute Story ausmacht und wieso sie sich für eine Bewerbung lohnt, konnten wir im zweiten Teil unserer Serie „Kreative Bewerbung“ herausarbeiten. In den folgenden Beiträgen unserer Serie werden wir die gestalterischen Möglichkeiten des Anschreibens eingehender beleuchten und stellen dir einige praxiserprobte, kreative Anschreiben-Layouts vor. Den Anfang macht im heutigen Artikel das Anschreiben im Zeitungsformat.

Kreative Bewerbung – auch eine Frage der Gestaltung

Damit dein:e Empfänger:in wirklich das Gefühl bekommt, dass du ein kreativer/eine kreative und dadurch der/die richtige Kandidat:in für die im Unternehmen zu besetzende Stelle bist, solltest du dein Anschreiben nicht nur textlich aufbrechen, sondern auch gestalterisch untermalen. Verknüpfe mithilfe eines zum Unternehmen passenden Layouts bereits zu Anfang sehr deutlich deine Leidenschaften und Fähigkeiten mit der angestrebten Stelle und deinem Wunschunternehmen.

Mach dir aber auch von vornherein klar, dass die stimmige Gestaltung eines kreativen Anschreibens zeitintensiv ist. Bevor du dich also an ein kreatives Design wagst, solltest du dich vorab selbst ins Kreuzverhör nehmen, um dir einen späteren Leidensdruck zu ersparen:

  • Kannst du Storys und grafische Darstellungen harmonisch miteinander verschmelzen?
  • Traust du dir eine grafische Gestaltung mit Photoshop oder Indesign zu oder sollte das Anschreiben mit Formatvorlagen bewältigt werden können?
  • Wie viel Zeit willst bzw. kannst du in die Erstellung deiner Bewerbung investieren? Herrscht durch eine Bewerbungsfrist Zeitdruck?
  • Was gehört in deiner Branche und im gewünschten Unternehmen zum „guten Ton“?
  • Wie kreativ bist du? Kannst du im Beruf halten, was du in der Bewerbung versprichst?

Die kreative Ausgestaltung: das Anschreiben im Zeitungsformat

Konntest du viele der Fragen für dich positiv beantworten, steht einer kreativen Bewerbung nichts mehr im Weg. Für einen Verlag, eine Agentur, als Redakteur:in oder Journalist:in zum Beispiel kannst du für dein Anschreiben das Zeitungsformat als kreative Gestaltungsgrundlage heranziehen. Denn ob Print oder Online, viele verbinden die Zeitung mit eben genannten Branchen und Berufen. Und jede:r kennt sie: die Zeitung.

Nicht zuletzt aus diesem Grund bietet das Zeitungsformat eine spannende Gestaltungsmöglichkeit für ein Bewerbungsanschreiben. Optisch sofort ins Auge fallend, beweist du zeitgleich, dass du durchaus in der Lage bist, auf wenig Raum Informationen nicht nur ansprechend darzustellen, sondern auch eine fesselnde Geschichte zu erzählen.

Das ist besonders dann interessant, wenn du Berufseinsteiger:in oder Quereinsteiger:in bist und bisher kaum relevante Berufserfahrung im gewünschten Arbeitsfeld mitbringst. Denn dann gibt dein kreatives Anschreiben im Zeitungsformat deinem/deiner potenziellen Arbeitgeber:in sozusagen eine erste „Geschmacksprobe“.

Unser praxiserprobtes Beispiel Print-Zeitung

Damit das von dir genutzte Zeitungsformat als solches erkannt wird, solltest du dir den optischen Wiedererkennungswert einer Print-Titelseite zunutze machen, aber auch den typischen Zeitungssprachstil beherzigen. Reißerische oder fragende Schlagzeilen, Bildunterschriften, O-Töne, Verweise auf die folgenden Seiten, eine objektive Erzählperspektive, aber auch ein blickfangendes Titelbild samt Titelstory und Kurztexte sind hier maßgeblich.

Idealerweise wählst du auch den Zeitungsstil in Abhängigkeit von deinem Wunschunternehmen, denn deine Wahl soll zeigen, dass du dich sowohl mit der Firma als auch mit der Branche auseinandergesetzt hast und imstande bist, den richtigen Ton für das Unternehmen zu treffen. Für traditionsbewusste Firmen ist daher ein Zeitungs-Anschreiben mit seriösem Aufbau zu bevorzugen, zum Beispiel angelehnt an die „Frankfurter Allgemeine“. Für Startups hingegen kannst du ein etwas reißerisches Anschreiben im Zeitungsformat anfertigen – möglicherweise nach dem Vorbild der „taz“.

Überlege dir vorab gut, ob du passendes Bildmaterial zur Verfügung hast oder kreieren kannst und ob du dich mit Sprache und Gestaltung identifizieren kannst. Nur dann gelingt es dir, dein Anschreiben im Zeitungsformat stimmig aufzuziehen und die wichtigsten Bausteine umzusetzen:

1. Der Zeitungsname und das Logo

Eine Zeitung braucht einen Namen. Da es sich um deine Bewerbung handelt, warum dann nicht deinen? Statt der üblichen Adresszeile einer klassischen Bewerbung wählst du also einen zu dir passenden und einprägsamen Zeitungsnamen. Dieser sollte nicht nur deinen Nachnamen enthalten, sondern auch einen eindeutigen Bezug zum Thema Bewerbung aufweisen. Wenn möglich, mache gerne Gebrauch von Alliterationen. Kombiniere Wörter, die mit dem gleichen Buchstaben beginnen, denn Gleichklänge bleiben besser im Gedächtnis haften.

Du könntest in deinem Anschreiben im Zeitungsformat zum Beispiel mit den Worten „Musterfraus Bewerberblatt“ titeln und den Leerraum zwischen den Wörtern durch das Firmenlogo des Wunschunternehmens ergänzen. Denn eine Zeitung benötigt nicht nur einen prägnanten Namen, sondern wird immer auch von einem Logo geziert. Dieses typische Zeitungsmerkmal ermöglicht es dir, dich bereits im Zeitungsnamen auf gestalterische Weise mit deinem/deiner potenziellen Arbeitgeber:in zu verknüpfen und einen gewissen Wiederkennungswert auf die eigene Person zu übertragen.

2. Der Aufbau

Da eine Zeitung anders formatiert ist, bietet sie viel Platz, der auch befüllt werden möchte. Üblicherweise finden sich verschiedene Kurztexte, einige Bilder und eine Titelstory auf der ersten Seite einer Zeitung wieder. Daher solltest du für dein Anschreiben im Zeitungsformat folgende Punkte beachten:

2a. Die Kurztexte

Willst du zum Beispiel auf ein klassisches Anschreiben nicht gänzlich verzichten, kannst du in der oberen linken Ecke ein solches platzieren. Um der Titelstory nichts vorweg zu nehmen, sollte es aber lediglich eine knappe erklärende Funktion haben und zum Beispiel viel Spaß beim Sichten deiner kreativen Bewerbung wünschen.

Um deine Branchen- oder Unternehmenskenntnis hervorzuheben, kannst du in der unteren linken Ecke einen branchenbezogenen Artikel anteasern.

2b. Der Aufbau: die Bilder

Optisch aufgepeppt wird dein kreatives Anschreiben im Zeitungsformat durch zwei Bilder. Die Lücke zwischen den beiden Kurztexten eignet sich für dein Bewerberbild, welches du als „Kandidat:innenbild“ ausweist. Ein weiteres größeres Bild gehört wie im Zeitungsformat üblich zur Titelstory und sollte einen Bezug zum Unternehmen aufweisen und dich bestenfalls schon mit der Firma in Verbindung bringen.

Schau dir die Stellenanzeige und die Webseite deines Wunschunternehmens genauer an. Vielleicht findet sich ein geeignetes Team-Bild, in das du dich mithilfe von Photoshop hineinretuschieren kannst. Die Worte „So könnte das Team der Firma XY in Zukunft aussehen“ lenken den Fokus noch einmal bewusst auf deine Gestaltungs-Fähigkeiten und deine Kreativität.

2c. Der Aufbau: die Titelstory

Die Titelstory beinhaltet die eigentlichen Informationen eines Anschreibens, allerdings in zeitungsklassischer Manier:

  • Überschrift und Unterüberschrift: Nutze hier beispielsweise die Überschrift der Stellenanzeige und füge das Wort „gesucht“ hinzu.
  • Einleitung, als Antwort auf die im Titel gestellte Suchanfrage: Beschreibe, dass es sich um deine Bewerbung bei der Firma XY handelt.
  • Zweiter und dritter Abschnitt: Beschreibe zuerst deine Qualifikationen und unterstreiche diese durch einen passenden O-Ton. Deine Chance, dem Unternehmen kurz und knackig mitzuteilen, warum du der/die Richtige bist und warum du dich für dieses Unternehmen entschieden hast.
  • Vierter und fünfter Absatz: Gib deine Gehaltsvorstellungen an und sprich weitere für deinen/deine potenziellen Arbeitgeber:in interessante Informationen zu deiner Person an. Deine Sprachkenntnisse, das Erasmus-Jahr oder ein Buch, an dem du gerade schreibst.
  • Letzter Abschnitt: Erkläre kurz, welche Vorteile das Unternehmen bei deiner Einstellung hat.
  • Abschluss: Ende mit einer Leseempfehlung auf die folgenden Seiten. Gemeint sind dein Lebenslauf, deine Zeugnisse und weitere Dokumente, die zwar modern gestaltet werden können, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit und des Wiedererkennungswerts einer Bewerbung keinem allzu kreativen Layout folgen sollten.
  • Optional: Versuche es mit einem thematisch passenden Zitat und hebe dieses zusätzlich in den Firmenfarben hervor.

3. Der Sprachstil

Entgegen jeder klassischen Bewerbungsregel verfasst du dein Anschreiben im Zeitungsformat keinesfalls in der Ich-Perspektive. Stattdessen fertigst du ein Porträt deiner Person an und erzählst von deinem Werdegang und deinen Qualifikationen, als würdest du vom Leben einer anderen Person berichten.

Um deinem Wunsch, bei dieser Firma Fuß fassen zu wollen, trotzdem Ausdruck verleihen zu können, eignet sich ein Kommentar im O-Ton. Hier darfst du gerne in der Ich-Perspektive deine Chance nutzen und ein eindeutiges Statement abgeben.

4. Titelzeile und Impressum

Während du das Datum zusammen mit deiner Stadt und dem Status der Zeitung in der Titelzeile unterhalb des Zeitungsnamens angibst, findet sich die Informationen zu deiner Person an anderer Stelle. Dein sonst typischerweise in der Senderzeile stehende Name wird in deinem Anschreiben im Zeitungsformat samt Adresse in der Fußzeile verankert, im Impressum der Zeitung.

Tool-Tipp

Wenn du dir eine eigene Gestaltung einer Titelseite nicht zutraust, nutze vorgefertigte Designs. Vorlagen für Titelseiten finden sich sowohl für Indesign als auch für Word und lassen sich individuell an deine Zwecke anpassen.

Kreativität macht sich bezahlt

Gerade für die Kreativbewerbung ist ein eigenes, auffallendes Design eine gute Chance, sich von der Vielzahl der Mitbewerber:innen abzuheben. „Doch wie sieht das nun im Ganzen aus?“ Eine berechtigte Frage, die wir dir gerne „zeigend“ beantworten wollen, da Bilder eingänglicher und leichter zu verstehen sind als Beschreibungen. Mithilfe unseres Praxisbeispiels – Anschreiben im Zeitungsformat –  wollen wir dich inspirieren, eigene Ideen zu deiner Story und Gestaltung zu entwickeln. So kannst du deine kreative Bewerbung passgenau auf deinen/deine Wunscharbeitgeber:in zuschneiden und deine Chancen auf deinen angestrebten Posten erhöhen.

Inhaltlich ein wenig modifiziert, wurde das angehängte Anschreiben im Zeitungsformat bereits im Bewerbungsverfahren getestet. Der Rückschein kam prompt: die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Der Chef wollte die Kandidatin, die Ihr Anschreiben so anders gestaltet hat als andere Bewerber:innen, schnellstmöglich kennenlernen. Der hohe Aufwand für ein solch kreatives Projekt kann sich also durchaus lohnen, denn auch in Bewerbungen kann „ein wenig anders sein“ erfrischend wirken, dir die nötige Aufmerksamkeit einbringen und deine Chancen auf den Wunschjob erhöhen. Und genau das wünschen wir dir.


Zur kompletten Serie „Kreative Bewerbung“:

  1. Kreative Bewerbung. Teil 1: Alternative Ideen für die Jobsuche
  2. Kreative Bewerbung. Teil 2: Storytelling. Mit einer guten Geschichte den/die Arbeitgeber:in fesseln.
  3. Kreative Bewerbung. Teil 3: Das Anschreiben im Zeitungsformat
  4. Kreative Bewerbung. Teil 4: Das Anschreiben im Magazinstil
  5. Kreative Bewerbung. Teil 5: Die Social-Media-Bewerbung
  6. Kreative Bewerbung. Teil 6: Von Selbstmarketing, Pitch und Guerilla Bewerbung
  7. Kreative Bewerbung. Teil 7: Der kreative Lebenslauf

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

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